Am Freitagnachmittag wurde eine 78-jährige Seniorin in Karlsruhe Opfer eines sogenannten Schockanrufs. Dabei gaben sich Betrüger am Telefon als ihre Enkeltochter sowie später als Polizeibeamte und Justizvertreter aus, um die Frau zur Übergabe einer fünfstelligen Bargeldsumme zu bewegen. Die Polizei Karlsruhe bittet nun um Hinweise aus der Bevölkerung.
Vorgehen der Betrüger
Nach den bisherigen Erkenntnissen erhielt die Seniorin gegen 14:30 Uhr einen Anruf von einer unbekannten Frau, die sich zunächst als ihre Enkeltochter ausgab. Die Anruferin weinte bitterlich und behauptete, einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht zu haben. Im weiteren Verlauf des Telefonats übernahmen angeblich eine Polizistin, ein Staatsanwalt und ein Richter das Gespräch und forderten eine hohe Kaution, um eine Inhaftierung der vermeintlichen Enkelin zu verhindern.
Übergabe der Kaution an unbekannten Mann
Gegen 17:30 Uhr erschien ein bislang unbekannter Mann an der Wohnungstür der Seniorin in der Insterburger Straße. Er nahm eine fünfstellige Summe in bar entgegen. Nach Angaben der Geschädigten kam der Mann zu Fuß aus Richtung des nahegelegenen Waldes. Er wird auf etwa 35 Jahre geschätzt, ist circa 180 Zentimeter groß und trug zum Tatzeitpunkt eine Jeans, eine dunkle Jacke sowie eine Brille. Sein Auftreten wurde als schüchtern beschrieben.
Polizei bittet um Zeugenhinweise
Die Polizei Karlsruhe sucht Zeugen, die im Zusammenhang mit dem Vorfall verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise zum unbekannten Bargeldabholer geben können. Insbesondere Personen, die am Freitagnachmittag in der Insterburger Straße und Umgebung unterwegs waren, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 0721 666 5555 zu melden.
Warnung vor Schockanrufen
Schockanrufe sind eine verbreitete Betrugsmasche, bei der Täter versuchen, durch emotionale Manipulation an Geld oder Wertgegenstände zu gelangen. Die Polizei rät, bei verdächtigen Anrufen stets skeptisch zu bleiben, keine persönlichen oder finanziellen Informationen preiszugeben und im Zweifelsfall direkt bei Familienangehörigen oder der Polizei nachzufragen.
Weitere Präventionshinweise
Experten empfehlen, sich über gängige Betrugsmaschen zu informieren und ältere Familienmitglieder besonders zu sensibilisieren. Im Falle eines Anrufs mit ungewöhnlichen Forderungen sollte man das Gespräch beenden und die Polizei informieren. Niemals sollten hohe Bargeldsummen an unbekannte Personen übergeben werden.
Fahndung läuft
Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Karlsruhe dauern an. Da die Täter ihre Identität verschleiern und oft aus dem Ausland agieren, ist die Unterstützung der Bevölkerung ein wichtiger Baustein zur Aufklärung und Verhinderung weiterer Straftaten.
Betroffene und Zeugen werden ausdrücklich gebeten, sich bei der Polizei zu melden, um weitere Hinweise zu geben und so mögliche Täter zu identifizieren.

