Im Rhein-Sieg-Kreis bleibt die Zahl der Verkehrsunfälle mit Pedelecfahrenden auf einem konstant hohen Niveau. Besonders auffällig ist die Überrepräsentation der Altersgruppe über 65 Jahre bei den Unfallbeteiligten. Die Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg hat die Ursachen dieser Unfälle analysiert und reagiert nun mit einem speziellen Trainingsangebot für ältere E-Bike-Fahrer.
Unfallursachen bei Pedelecfahrenden
Die Bewegungsabläufe des Fahrradfahrens sind in der Regel fest im Gehirn verankert und können auch nach längerer Pause meist schnell wieder abgerufen werden. Dieses Prinzip gilt jedoch nicht uneingeschränkt für die Nutzung von E-Bikes, wie die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis betont. Die Unterschiede in Fahrverhalten und Technik können zu Schwierigkeiten führen, die sich in einer hohen Anzahl von Alleinunfällen widerspiegeln. Dabei handelt es sich um Unfälle, bei denen keine anderen Verkehrsteilnehmer beteiligt sind.
Als mögliche Ursachen für diese Alleinunfälle nennt die Polizei unter anderem die höhere Geschwindigkeit von Pedelecs, das größere Gewicht der Räder sowie mangelnde Übung oder eine lange Abstinenz vom Fahrradfahren. Diese Faktoren können insbesondere bei älteren Fahrern zu Unsicherheiten und Stürzen führen.
Besonderes Risiko für ältere E-Bike-Fahrer
Die Auswertung der Unfallzahlen zeigt, dass Personen ab 65 Jahren im Verhältnis zur Bevölkerungszahl häufiger in Unfälle mit Pedelecs verwickelt sind. Die Polizei sieht hier einen erhöhten Schulungsbedarf, um die Fahrkompetenz und Sicherheit dieser Altersgruppe zu verbessern. Gerade für Senioren, die neu auf ein E-Bike umsteigen oder nach längerer Pause wieder fahren möchten, ergeben sich besondere Herausforderungen.
Neues Trainingsangebot: „Pedelec-Training 55+“
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, bietet die Verkehrsunfallprävention der Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg ab April 2026 ein spezielles Training für Pedelec-Fahrerinnen und -Fahrer ab 55 Jahren an. Das zweitägige Programm richtet sich an Einsteiger, unsichere Fahrer und Wiedereinsteiger und soll die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen.
Das Training umfasst eine Kombination aus Theorie- und Praxiseinheiten, die außerhalb des Straßenverkehrs stattfinden. Am ersten Tag werden in circa 150 Minuten grundlegende Fahrtechniken und Verhaltensregeln vermittelt, gefolgt von praktischen Übungen. Am zweiten Tag steht die Vertiefung und Erweiterung der Fahrpraxis auf dem Programm, die etwa 120 Minuten dauert. Die praktische Ausbildung erfolgt in Form eines Parcours, der typische Fahrsituationen simuliert.
Teilnahmebedingungen und Anmeldung
Teilnehmer müssen ein verkehrssicheres eigenes E-Bike sowie einen gut sitzenden Fahrradhelm mitbringen. Die Plätze sind begrenzt, eine Anmeldung ist nur für beide Tage zusammen möglich, da die Inhalte aufeinander aufbauen. Interessierte können sich auf der Website der Polizei Rhein-Sieg anmelden und erhalten dort auch weitere Informationen zu Terminen und Formalitäten.
Polizei setzt auf Prävention und Sicherheit
Mit dem neuen Trainingsangebot möchte die Polizei Rhein-Sieg einen Beitrag dazu leisten, die Unfallzahlen bei Pedelecfahrenden zu senken und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Das Programm richtet sich gezielt an eine besonders gefährdete Altersgruppe und bietet praxisnahe Unterstützung, um den sicheren Umgang mit modernen E-Bikes zu fördern.
Die Polizei appelliert an alle E-Bike-Fahrer, sich der besonderen Anforderungen bewusst zu sein und bei Unsicherheiten das Angebot zu nutzen. So soll gewährleistet werden, dass alle Verkehrsteilnehmer sicher ans Ziel kommen.

