Zwischen dem 18. und 22. März 2026 kam es im Kreis Herzogtum Lauenburg zu mehreren Betrugsfällen, bei denen Senioren von falschen Polizeibeamten angerufen und um ihr Erspartes gebracht wurden. Betroffen waren die Städte Ratzeburg, Mölln, Gudow und Breitenfelde. Trotz wiederholter Warnungen der Polizei gelang es den Tätern, mit einer ausgeklügelten Masche mehrere Opfer zu täuschen und hohe Geldbeträge zu erbeuten.
Modus Operandi der Betrüger
Die Täter gaben sich telefonisch als Polizeibeamte aus, unter anderem mit dem erfundenen Namen „Oberkommissar Fischer“. Sie behaupteten, eine Einbrecherbande sei in der Region aktiv und überprüfe Bargeldbestände von Senioren, um diese zu schützen. Im Zuge dieser Legende forderten sie die Angerufenen auf, Geld von der Bank abzuheben und es für eine „Überprüfung“ bereitzuhalten.
In mindestens drei Fällen erschien anschließend ein weiterer vermeintlicher Polizist persönlich an der Wohnadresse der Opfer. Während das Telefonat vom angeblichen „Oberkommissar Fischer“ geführt wurde, gelang es dem zweiten Mann, das zuvor abgehobene Bargeld im mittleren vierstelligen Bereich unbemerkt zu entwenden.
Betroffene und Täterbeschreibung
Eine Seniorin aus Mölln fiel auf die Betrugsmasche herein und wurde Opfer des Diebstahls. Auch ein Senior aus Ratzeburg sowie ein Mann aus Gudow wurden auf ähnliche Weise geschädigt. Die Polizei beschreibt den mutmaßlichen Geldabholer als etwa 30 bis 35 Jahre alt, mit Vollbart, einer Größe von circa 175 bis 180 Zentimetern und kräftiger Statur. Er trug kurzes, krauses, braunes Haar und war dunkel gekleidet.
Polizei bittet um Hinweise
Die Polizei Ratzeburg bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Wer Hinweise zu der beschriebenen Person geben kann oder verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 04541/809-0 oder per E-Mail an Ratzeburg.KPSt@polizei.landsh.de zu melden.
Wichtige Verhaltenshinweise zum Schutz vor Betrügern
Die Polizei weist erneut darauf hin, dass sich Bürgerinnen und Bürger vor Telefonbetrügern schützen können, indem sie folgende Tipps beachten:
- Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen.
- Seien Sie misstrauisch bei Forderungen nach Geld oder persönlichen Daten.
- Beenden Sie das Gespräch und rufen Sie eigenständig bei der Polizei unter der 110 an, um die Echtheit zu überprüfen.
- Sprechen Sie nicht über Ihre finanziellen Verhältnisse am Telefon.
- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen.
- Streichen Sie sich gegebenenfalls aus öffentlichen Telefonverzeichnissen oder lassen Sie Ihren Vornamen nur abgekürzt angeben, um das Risiko von Anrufen zu verringern.
- Beraten Sie sich mit Vertrauenspersonen wie Familie oder Freunden.
Prävention bleibt entscheidend
Die Polizei betont, dass trotz häufiger Warnungen viele Senioren weiterhin Opfer dieser Betrugsmaschen werden. Es ist daher besonders wichtig, die Warnhinweise ernst zu nehmen und im Zweifelsfall immer Rücksprache mit den zuständigen Behörden oder vertrauten Personen zu halten. Nur so kann verhindert werden, dass Betrüger an das Ersparte gelangen.
Die Polizei in Ratzeburg wird die Ermittlungen fortsetzen und weiterhin über aktuelle Entwicklungen informieren.

