Am Samstag fand in Gangelt eine der größten grenzüberschreitenden Katastrophenschutzübungen der letzten Jahre im Kreis Heinsberg statt. Unter dem Namen „EMREX“ übten rund 700 Einsatzkräfte aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien gemeinsam den Ernstfall eines Massenunfalls mit zahlreichen Verletzten auf der Kreisstraße 13 (K13). Das Szenario stellte die komplexe Schadenslage und die Herausforderungen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den Mittelpunkt.
Simulierter Massenunfall als Übungsgrundlage
Als Übungsszenario diente ein schwerer Verkehrsunfall auf der Ortsumgehung Gangelt, bei dem zahlreiche Verletzte zu versorgen waren. Diese Situation, ein sogenannter Massenanfall von Verletzten (MANV), erfordert eine koordinierte medizinische Versorgung und eine effiziente Kommunikation zwischen den beteiligten Rettungskräften. Die Übung zielte darauf ab, die Abläufe und Rettungsketten innerhalb des EMRIC-Verbundes (Euregio Maas-Rhein Incident and Crisis Management) unter realistischen Bedingungen zu testen und zu verbessern.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Fokus
Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie die Feuerwehren, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen aus dem Kreis Heinsberg, der Städteregion Aachen sowie den niederländischen und belgischen Provinzen Limburg und Lüttich eng zusammenarbeiten. Erstmals wurde im Kreis Heinsberg die digitale Einsatzunterstützung „rescueTABLET“ flächendeckend eingesetzt, um ein organisationsübergreifendes Echtzeit-Lagebild zwischen den Einsatzkräften vor Ort und der Leitstelle zu gewährleisten. Zudem wurde das „Eumed Hospital“-Konzept getestet, bei dem freie Krankenhausbetten in der gesamten Euregio abgefragt und koordiniert werden.
Positive Bilanz und Lob von Landrat und Verantwortlichen
Landrat Stephan Pusch, der die Übung vor Ort verfolgte und die Alarmierung auslöste, zeigte sich beeindruckt von der Professionalität der Einsatzkräfte. Er hob insbesondere die Zusammenarbeit von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräften hervor, die gemeinsam mit internationalen Partnern agierten. Auch Günter Paulzen, Übungsleiter und Wehrleiter der Feuerwehr Gangelt, sowie Bürgermeister Guido Willems dankten den beteiligten Einsatzkräften und der Bevölkerung für die Unterstützung trotz der notwendigen Vollsperrung der K13 während der Übung.
EMRIC-Lenkungsgruppe bestätigt erfolgreiche Kooperation
Andreas Dovern, Vorsitzender der EMRIC-Lenkungsgruppe, bescheinigte dem Verbund eine vorbildliche grenzüberschreitende Kooperation. Die Übung verdeutliche, wie durch regelmäßiges gemeinsames Training und enge Abstimmung die unterschiedlichen nationalen Systeme und Gesetze synchronisiert werden können. Das Zusammenspiel rettet im Ernstfall wertvolle Zeit und damit Leben.
Weitere Aspekte der Übung und Ausblick
Während der Übung wurde die reguläre Notfallversorgung in der Region durch örtliche Einheiten sichergestellt. Auch die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) war eingebunden, um die Belastungen eines solchen Einsatzes realitätsnah abzubilden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in den kommenden Wochen ausgewertet, um die grenzüberschreitenden Protokolle weiter zu optimieren.
Hintergrund zum EMRIC-Verbund
EMRIC ist ein Zusammenschluss öffentlicher Dienste aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien, die für Brandbekämpfung, Rettungswesen und Katastrophenschutz in der Euregio Maas-Rhein zuständig sind. Zu den Partnern gehören unter anderem der Kreis Heinsberg, die Städteregion Aachen sowie die Provinzen Limburg (NL), Limburg (B) und Lüttich (B). Die regelmäßigen Übungen und die enge Zusammenarbeit stärken die Sicherheit in der Grenzregion nachhaltig.
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