Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland hat im Rahmen eines mehrtägigen Projekts Frauen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen in der Gemeinnützigen Gesellschaft für paritätische Sozialarbeit mbH durch gezielte Selbstbehauptungstrainings unterstützt. Ziel der Initiative war es, die persönliche Sicherheit der Teilnehmerinnen zu stärken und ihnen Strategien zur Gewaltprävention zu vermitteln.
Hintergrund und Zielsetzung der Trainings
Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen sind nach polizeilichen Erkenntnissen besonders häufig von Grenzverletzungen, Übergriffen und Gewalt betroffen. Oftmals fällt es ihnen schwer, gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen, sich abzugrenzen oder Hilfe zu holen. Diesem Umstand begegnet die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland mit speziellen Schulungen, die alltagsnahe Strategien zur Gefahrenwahrnehmung und Selbstschutz vermitteln.
Durchführung und Inhalte der Projekttage
Die Projekttage wurden auf Einladung von Sandra Sudhoff, Fachkraft für Arbeitsbegleitende Maßnahmen, durchgeführt. Die Beauftragte für Kriminalprävention der Polizeiinspektion, Katja Reents, leitete die Kurse mit viel Einfühlungsvermögen und Geduld. Im Fokus standen die Vermittlung von Selbstbehauptungstechniken, das Erkennen von Risiken sowie das Setzen klarer Grenzen in Alltagssituationen.
Die Teilnehmerinnen lernten, ihre eigenen Gefühle ernst zu nehmen und in geschützter Atmosphäre „Stopp“ zu sagen sowie ein deutliches „Nein“ zu äußern. Praktische Übungen, Spiele und Bildkarten unterstützten den Lernprozess und förderten die Umsetzung in realen Situationen.
Positive Entwicklung und nachhaltige Wirkung
Im Verlauf der Projekttage zeigte sich eine deutliche Entwicklung bei den Frauen: Aus anfänglicher Unsicherheit entstand zunehmend mehr Selbstvertrauen. Viele Teilnehmerinnen berichteten, dass sie sich in Situationen, in denen sie sich unwohl fühlten, getraut haben, ihre Grenzen zu benennen und sich zu behaupten. Dieses neu gewonnene Selbstbewusstsein wurde als wichtiger Schritt zu mehr persönlicher Sicherheit bewertet.
Zum Abschluss erhielten die Teilnehmerinnen eine Urkunde sowie ein selbst zerschlagenes Holzbrett als symbolische Erinnerung an ihre neu gewonnenen Fähigkeiten und die Botschaft: „Ich bin wichtig. Ich darf Nein sagen. Ich darf und kann mich schützen.“
Bedeutung der Zusammenarbeit und Ausblick
Sowohl Sandra Sudhoff als auch Katja Reents betonten die Bedeutung der vertrauensvollen Zusammenarbeit und die Notwendigkeit regelmäßiger Wiederholungen der Kurse, um Sicherheit und Selbstvertrauen nachhaltig zu stärken. Die Trainings tragen dazu bei, Berührungsängste gegenüber der Polizei abzubauen und die Polizei als unterstützende Anlaufstelle erlebbar zu machen.
Besonders hervorzuheben ist, dass manche Teilnehmerinnen zunächst Unsicherheit oder Angst gegenüber Uniformen zeigten. Die persönliche Begegnung und der direkte Austausch halfen, diese Hemmschwellen zu überwinden.
Fazit
Die Selbstbehauptungskurse der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland leisten einen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention und zum Schutz besonders schutzbedürftiger Menschen. Durch gezielte Förderung der Selbstbestimmung und des Selbstwertgefühls werden Frauen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen befähigt, ihre Rechte wahrzunehmen und sich im Alltag besser zu schützen.

