Am Dienstagnachmittag, dem 17. März 2026, ist ein Senior aus Pirmasens Opfer eines sogenannten Schockanrufs geworden. Die Betrüger erbeuteten Goldmünzen und Bargeld im unteren fünfstelligen Bereich. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.
Vorgehen der Täter
Gegen 16 Uhr erhielt der 85-jährige Mann einen Anruf auf seinem Festnetzanschluss. Ein unbekannter Anrufer gab sich als Staatsanwalt aus und berichtete von einem angeblich tödlichen Verkehrsunfall, den die Tochter des Seniors verursacht haben soll. Um eine Haftstrafe abzuwenden, forderte der Anrufer die sofortige Zahlung einer Kaution.
Im Verlauf des Telefonats gelang es den Betrügern, den Mann dazu zu bringen, auch seine Mobilfunknummer preiszugeben. Die Täter setzten das Opfer unter Druck, indem sie zeitgleich auf beiden Telefonleitungen anriefen und somit den Kontakt zur Außenwelt blockierten.
Übergabe der Kaution und Flucht
Kurz vor 18 Uhr fand die Übergabe der geforderten „Kaution“ vor dem Wohnanwesen des Seniors statt. Dabei übergab der Mann Goldmünzen und Bargeld an einen Täter, der als schlank, etwa 180 cm groß und mittleren Alters beschrieben wird. Zum Tatzeitpunkt trug der Mann eine graue Steppweste und dunkle Hosen.
Unmittelbar nach der Übergabe flüchtete der Täter zu Fuß in Richtung Bahnhofstraße. Weitere Details zum Täter oder möglichen Fluchtfahrzeugen sind derzeit nicht bekannt.
Polizei bittet um Zeugenhinweise
Die Kriminalpolizei Pirmasens hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen, die zwischen 16 und 18 Uhr verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich Hauptstraße oder Bahnhofstraße beobachtet haben. Hinweise können telefonisch unter 0631 369-15199 oder per E-Mail an kipirmasens@polizei.rlp.de gemeldet werden.
Die Polizei warnt erneut vor der Masche der Schockanrufe und rät, bei derartigen Anrufen keine persönlichen Daten herauszugeben oder Geld zu übergeben. Im Zweifel sollte man die Polizei kontaktieren und Angehörige direkt informieren.
Hintergrund: Schockanrufe als Betrugsmasche
Schockanrufe sind eine verbreitete Betrugsform, bei der Täter versuchen, durch vorgetäuschte Notlagen Angst zu erzeugen und Opfer zur Herausgabe von Geld oder Wertsachen zu bewegen. Meist geben sich die Anrufer als Verwandte oder Amtspersonen aus und fordern hohe Geldbeträge als vermeintliche Kaution oder Schadensersatz.
Besonders ältere Menschen sind häufig Ziel solcher Betrugsversuche. Die Polizei rät zur Vorsicht und empfiehlt, bei verdächtigen Anrufen sofort das Gespräch zu beenden und sich an vertrauenswürdige Personen oder die Polizei zu wenden.

