E-Scooter sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken und bieten eine praktische Möglichkeit, sich schnell und umweltfreundlich fortzubewegen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Unfälle mit den elektrisch betriebenen Kleinstfahrzeugen deutlich an. Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und über Risiken sowie Verhaltensregeln aufzuklären, organisiert das Polizeipräsidium Reutlingen am Montag, 23. März 2026, einen Sicherheitstag zum Thema E-Scooter auf dem Marktplatz in Rottenburg.
Informationsveranstaltung auf dem Marktplatz
Der E-Scooter-Sicherheitstag findet von 10:30 Uhr bis 13:30 Uhr statt und richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger. An verschiedenen Ständen können sich Interessierte über die aktuelle Rechtslage, sichere Fahrpraktiken und mögliche Gefahren im Umgang mit E-Scootern informieren. Polizeibeamte stehen für Fragen bereit und geben praktische Tipps, wie man sich als Nutzer oder anderer Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr richtig verhält.
Zunehmende Verbreitung und Unfallzahlen
E-Scooter haben sich in den vergangenen Jahren als Teil der Mobilitätswende etabliert. Sie sind besonders in Städten beliebt, da sie eine flexible Alternative zum Auto darstellen und sich über Apps bequem mieten lassen. Diese Entwicklung bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. So werden E-Scooter oft achtlos abgestellt und blockieren Fußwege oder Radwege, was zu Konflikten führen kann.
Die Unfallzahlen mit E-Scootern haben in Baden-Württemberg und im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Reutlingen stark zugenommen. Im Jahr 2025 wurden 227 Unfälle registriert, was einen deutlichen Anstieg gegenüber den 136 Unfällen im Vorjahr bedeutet. Dabei wurden 183 Personen verletzt – ein Plus von 59 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Schwere Unfälle und Sicherheitsdefizite
Erstmals gab es im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen zwei tödliche Unfälle mit E-Scootern. Ein Fahrer kam in Rottenburg bei einem Zusammenstoß mit einem Pkw ums Leben, ein weiterer verunglückte in Reutlingen ohne Fremdbeteiligung tödlich. Diese Vorfälle unterstreichen die Notwendigkeit, die Verkehrssicherheit zu verbessern und das Bewusstsein für Risiken zu schärfen.
Ein wesentlicher Faktor bei Unfällen ist das fehlende Tragen von Schutzhelmen. Viele Nutzer verzichten darauf, obwohl die Geschwindigkeit und die Beschaffenheit der Fahrwege das Unfallrisiko erhöhen. Zudem führt unangepasste Fahrweise, etwa zu hohe Geschwindigkeit oder unsichere Manöver, häufig zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr.
Verkehrsregeln und sichere Nutzung
Beim Sicherheitstag wird auch erläutert, welche Vorschriften für E-Scooter gelten. So sind sie grundsätzlich auf Radwegen oder der Straße zu fahren, nicht auf Gehwegen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 20 km/h. Wer sich an diese Regeln hält und vorausschauend fährt, kann das Unfallrisiko deutlich reduzieren.
Die Polizei empfiehlt zudem, Schutzkleidung und insbesondere einen Helm zu tragen. Auch das Beachten der Verkehrszeichen und das Rücksichtnehmen auf andere Verkehrsteilnehmer sind wichtige Aspekte für eine sichere Nutzung.
Dialog und Aufklärung als Schlüssel
Mit dem Sicherheitstag möchte das Polizeipräsidium Reutlingen einen offenen Dialog mit der Bevölkerung führen und die Akzeptanz für die geltenden Vorschriften erhöhen. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, sich umfassend zu informieren und Fragen zu klären.
Das Polizeipräsidium lädt alle Interessierten ein, den Marktplatz in Rottenburg am 23. März zu besuchen und von dem Informationsangebot Gebrauch zu machen.

